The White Horse Theatre: „Sticks & Stones“

“Please take your seats and welcome the actors from the White Horse Theatre!“

So begann die fünfte Stunde für uns Acht- und Siebtklässler unserer Schule am Montag, dem 22. Februar. Denn das englische White Horse Theatre war an unserer Schule zu Besuch. Wie jedes Jahr haben sie tolle Theaterstücke für die Jahrgänge vorbereitet, in denen auch alle Schauspieler mehrere Rollen übernehmen. Dieses Jahr sehen wir das Stück „Sticks & Stones“. Es geht um ein ernstes Thema, das auch deutlich rüber kommt: Mobbing.

Aus der Sicht der zwei Opfer Ruth und Tobi bekommen wir mit, wie sie in und um die Schule gemobbt und fertig gemacht werden. „You can’t tell anyone, they wouldn’t understand you…“ – diesen Satz hört man oft.  Tobi, der immer vor der Schule verletzt wird, nicht mehr zur Schule gehen mag und immer „Little Tobi“ genannt wird, versucht seinem Vater davon zu erzählen. Doch dieser hört nicht zu. Und Gina und die anderen hören nicht auf. Ähnlich geht es Ruth in dem Stück, sie ist neu und wird schikaniert, aber nicht mit Gewalt, doch es ist genau so schlimm.

Die zentrale Botschaft des Stücks: „The watchers are the worst. Die Zuschauer sind die schlimmsten.“ Und wir saßen alle da und haben zugesehen… Es gibt einen oder zwei Mobber, aber immer mehr Zuschauer.
Also, wenn ihr so etwas seht, sagt Bescheid. Man kann immer sprechen. Mit Lehrern, Eltern, Freunden oder bei uns an der Schule Herrn Cakar. Gerade als Zuschauer sollte man Hilfe suchen, weil das Mobbing-Opfer sich meist selbst nicht traut, aus Angst, dass es schlimmer wird.

Am Ende brandet riesiger Applaus auf für die nur drei Schauspieler, die alle mehrere Rollen gespielt haben, und das sehr gut!
Am Schluss dürfen wir ihnen Fragen stellen. Das führt zu Lachern in der Aula, manchmal. Dann ist es wieder still und alle hören gebannt zu.

Die drei erzählen uns unter anderem, dass sie eigentlich zu viert sind, aus ganz verschiedenen Orten des Vereinigten Königreichs und Schottland kommen, mit dem Theater seit vier Monaten auf Tour sind und bereits in über hundert Schulen waren – und  Messi besser finden als Ronaldo.
Es kommt auch die Frage wegen des Inhalts des Stücks auf, ob sie selbst gemobbt wurden. Sie verneinen, meinen aber, sie seien auch Zuschauer gewesen und würden sich rückblickend wünschen, etwas mehr gesagt zu haben. Einer von ihnen wurde in der Grundschule schikaniert, aber nicht in dem Ausmaß des Stücks.

Es war eine gelungene, tolle Vorstellung, und zum Abschluss brandet noch ein mal riesiger Applaus auf. Ich freue mich schon darauf, wenn das Theater nächstes Jahr wiederkommt, und bin sicher, dass ich damit nicht allein bin!

Madita Hüging, 8c