Wie entsteht eigentlich ein Fernsehbeitrag? Wer entscheidet, welche Themen gesendet werden? Genau das konnte ich während eines dreiwöchigen Praktikums bei RTL WEST herausfinden.

RTL-West ist ein regionaler Nachrichtensender, der vor allem über aktuelle Themen aus Nordrhein-Westfahlen berichtet. Der Betrieb hat zwei Standorte: einen in Essen und einen in Köln. Das Studio befindet sich allerdings in Köln, von wo aus jede Woche um 18:00 die Live-Sendung ausgestrahlt wird.
Schon am ersten Tag habe ich gelernt, dass die Arbeit dort ganz anders ist als Schule.
Ich wurde freundlich aufgenommen und haben direkt erste Einblicke in die Redaktion bekommen. Besonders spannend fand ich den Schnitt, wo ich meinen ersten Tag verbracht haben. Dort werden die Beiträge, die abends in der Sendung gezeigt werden, zusammengeschnitten und vertont. Mit dabei ist immer ein „Cutter“ und der zugehörige Redakteur, der den Beitrag gedreht hat.
Im Laufe der drei Wochen konnte man den Redakteuren bei verschiedenen Aufgaben über die Schulter gucken. Entweder ist man mit auf einen Dreh gefahren oder man hat im Schnitt zugeguckt. Einer der interessantesten Drehs war in Essen bei einem Projekt, bei dem Hologramme von Überlebenden des 2. Weltkrieges erstellt wurden. Diesen Hologrammen konnte man Fragen stellen und mithilfe einer KI haben sie geantwortet. Das war sehr interessant. Anschließend wurden noch Interviews, unter anderem mit Ina Brandes, der NRW Ministerin für Kultur und Wissenschaft, geführt. Bei einem Dreh sind immer 2-3 Leute dabei. Ein Redakteur, ein Kameramann und manchmal auch ein Tonmann.
Ein echtes Highlight für mich war die Live-Sendung. Dort habe ich hautnah miterlebt, wie viel Arbeit hinter einem Beitrag steckt. Vor allem die Regie hat mich beeindruckt. In der Regie saßen vier Leute und kurz vor der Sendung ging es dort ziemlich heftig zu, weil ein Beitrag noch nicht fertig geschnitten wurde und man natürlich möchte, dass die Sendung reibungslos verläuft. Denn RTL West sendet live und Fehler sind nicht rückgängig zu machen.
Ein paar Stunden vor der Sendung hat der Moderator mich mitgenommen und mir gezeigt, wie er sich fertig macht. Zuerst ging es runter in die Maske. Diese ist ziemlich groß, da sich in dem Gebäude auch noch die Studios von Sendungen, wie „Punkt12“, „Ich bin ein Star, holt mich hier raus!“ oder „Exklusiv“ befinden.
Nach der Maske zieht der Moderator sich um und es bleiben noch etwa zwei Stunden bis zur Sendung. Übrigens: drei Stunden vor der Sendung darf der Moderator keinen Aufzug mehr benutzen, denn wenn der stecken bleibt, fällt die Sendung aus. Als es dann so weit war und die Sendung anfing, hörte man in der Regie den Hauptregisseuren die Zeiten der einzelnen Beiträge herunterzählen, damit der Moderator weiß, wann er wieder auf den Fernsehern zu sehen ist. Die zweite Hälfte der Sendung durfte ich dann während der Sendung im Studio verbringen und das Geschehen ganz nah miterleben. Das war sehr spannend zu sehen.

Ich hatte auch die Möglichkeit, mit Mitarbeitern zu sprechen. Eine Redakteurin von RTL West hat erzählt, dass man für den Beruf offen für neues sein muss und gut mit Menschen klarkommen sollte. Das macht nochmal deutlich, wie vielseitig dieser Beruf ist und wieviel von Teamarbeit abhängt.
Insgesamt hat mir das Praktikum richtig gut gefallen. Man konnte nicht nur viel Neues lernen, sondern auch herausfinden, ob dieser Bereich etwas für die Zukunft ist. Für mich steht fest: Der Beruf Redakteurin oder Journalistin ist nicht ausgeschlossen und durchaus eine Möglichkeit, wie meine Zukunft vielleicht einmal aussehen wird!
Salma Lahmoumi, 10 b
Praktikum bei RTL-West – Ein spannender Einblick in die Medienwelt
Ein Praktikum bietet Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, erste Einblicke in die Berufswelt zu erhalten und eigene Interessen besser kennenzulernen.
Im Zeitraum vom 19.01.2026 bis zum 5.02.2026 hatte ich die Gelegenheit, zusammen mit Salma ein Praktikum bei RTL- West zu absolvieren.

Bereits am ersten Tag wurde ich freundlich begrüßt und dufte mich bei der ersten Konferenz des Tages um 9:30 Uhr vorstellen.

Alle Mitarbeiter saßen an einem großen Konferenztisch und Mitarbeiter aus Essen wurden online über einem großen Fernsehen hinzugefügt. Bei der Konferenz wurden Themen des Tages, Aufbau der Sendung am Abend und Aufgaben an die Redakteure verteilt.
Danach konnte ich mir einen Platz in der Redaktion aussuchen, wo ich sitzen will. An dem Platz hatte jeder einen PC, Steckdosen, einen Schreibtischstuhl und mein Platz hatte sogar einen fantastischen Blick auf den Dom.

Ab dem Moment hieß es erstmal warten, da jeder an seinem Laptop saß und mit Leuten telefoniert und Informationen recherchiert hat.
Dann wurde ein Dreh gefunden und ich durfte mit einer Reporterin und zwei Kameramännern nach Düsseldorf fahren. Dort haben wir in einem kleinen Laden gedreht. Die Inhaberin und eine Kundin wurden interviewt, der Laden wurde gefilmt und draußen vor dem Laden wurden Interviews mit verschiedenen Leuten geführt. Von dort aus sind wir wieder in die Redaktion gefahren, wo ich etwas gegessen habe und dabei gerade die zweite Konferenz lief. Um 14:30 durfte ich dann auch schon gehen.
Die weiteren Tage sind ähnlich abgelaufen, außer dass ich manchmal im Schnitt sitzen durfte, wo die Redakteure ihre Sendungen für den Abend geschnitten haben.

Außerdem hatte ich eine Woche lang jeden Tag Workshops, die extra nur für die Praktikanten organisiert wurden.
Am ersten Tag wurde uns etwas über das richtige Recherchieren erklärt. Außerdem wurde uns erklärt, wie man mit KI umgeht und erkennt, wenn etwas von KI hergestellt wurde. Am zweiten Tag wurde uns etwas zur Kameraführung beigebracht, wie man die Kamera richtig benutzt und wie das Bild danach aussieht. Dort durften wir sogar selber an einem Platz mit verschiedenen Lichtquellen arbeiten und versuchen, das schönste Bild hinzubekommen. Am dritten Tag haben wir etwas zum Ton erfahren, welche verschiedenen Mikrofone es gibt und wie sich der Ton am Ende anhört. Am letzten Tag durften wir miterleben, wie man einen Beitrag richtig schneidet, außerdem durften wir selber ein Beitrag schneiden.
Ein Highlight meines Praktikums war, als ich an einem Abend erst mal mit in die Maske durfte, wo der Moderatorin ihre Haare gestylt wurden und sie geschminkt wurde. Danach durfte ich mit in die Sendung. Hier konnte ich hautnah miterleben, wie ein Fernsehbeitrag entsteht – von der ersten Idee bis zur Ausstrahlung.

Ich habe gemerkt, dass es in der Sendung etwas stressig ist, da man darauf achten muss, dass man die genaue Zeit einhält. Die Moderatorin hingegen war nicht so gestresst, da zwischen den Szenen, wo sie geredet hat, auch schon fertige Beiträge von den Reportern und Redakteuren eingefügt wurden, wobei sie dann Zeit hatte, sich umzupositionieren, auf ihr Handy zu schauen oder sogar mal in ihr Brot zu beißen.

Darüber hinaus habe ich viele Einblicke in den Arbeitsalltag von Journalistinnen und Journalisten erhalten.
Besonders beeindruckt hat mich, dass die Redakteure ihre Informationen selber über verschiedene Quellen recherchieren müssen.
Das Praktikum hat mir gezeigt, dass der Beruf im Medienbereich sowohl abwechslungsreich als auch anspruchsvoll ist. Es erfordert Kreativität, Verantwortungsbewusstsein und die Fähigkeit Information verständlich und interessant aufzubereiten.
Grace Geuer, 10 b

