Special: 10er Praktikum: Mein Praktikum im Labor

Ich habe mein Praktikum in einer Firma für die Herstellung von Lacken für Autos gemacht. Sie heißt Nippon Paint Automotive Coatings und liegt in Köln. Die Hauptaufgabe der Firma ist es, Lacke für Kunden, wie zum Beispiel Mercedes oder Porsche, herzustellen. Man braucht auf jeden Fall ein gutes Auge für die Farberkennung, wenn man in diesem Beruf tätig sein möchte.

Nippon Paint, das in Köln liegt, hat um die 350 Mitarbeiter. Diese arbeiten alle sehr unterschiedlich. Zum Beispiel Barbara und Tuba. Beide arbeiten in derselben Firma, doch in den unterschiedlichsten Bereichen. Barbara arbeitet im Lacklabor, in dem sie Farben herstellt und anpasst, und Tuba arbeitet im Büro, in dem sie Reklamationen weitergibt.
An meinem ersten Tag hatte ich erstmals eine Sicherheitsunterweisung, bei der mir die Regeln beigebracht und Gefahren vorgestellt wurden. Danach ging’s rüber in das Lacklabor zur Barbara (ihr Spitzname ist jedoch Babsi). Mit ihr habe ich dann direkt eine Farbe angemischt. Erstmal hat sie mir erklärt, wie das Ganze funktioniert und worauf man achten sollte, dabei habe ich gemerkt, wie vorsichtig man beim Dazugeben von Pigmenten (Farbe) sein muss, da ein einziger Milliliter den ganzen Lack ruinieren kann. Der Tag ging damit zu Ende, dass wir den Lack von einer Maschine haben aufsprühen lassen und mit dem Wunsch des Kunden verglichen haben.
Später durfte ich etwas selbständiger arbeiten, das heißt Bausteine in den Lack dazu geben, den pH-Wert messen und Fehler unter dem Mikroskop analysieren. Das Hinzugeben von Bausteinen hört sich anfangs vielleicht einfach an, doch wenn man auf sich allein gestellt ist, fühlt sich das ganze viel schwerer an. Doch das Ganze macht es auch viel interessanter und spaßiger, da du dabei merkst, wie viel Achtung man beimHhinzugeben benötigt.
Ein normaler Tag begann immer zwischen 7 und 8 Uhr morgens. Anfangs gab es den theoretischen Teil, in dem ich Fachbegriffe und die Bedeutung dahinter gelernt habe.
Zum Beispiel die Viskosität und die physikalische Trocknung. Die Viskosität gibt an, wie dickflüssig eine Flüssigkeit ist, und die physikalische Trocknung beschreibt den Vorgang, in dem die Lösemittel vom Lack „rausfliegen“. Später ging es zum praktischen Teil des Tages, in dem ich oft mit Barbara zusammen Lacke, von den verschiedensten Farben, angemischt und verglichen habe. Gegen 12 Uhr hatte ich dann meine 40-minütige Mittagspause, in der ich meistens zum Netto gegangen bin. Nach der Pause ging es zurück in das Labor zum Testen der Rohstoffe.
Mit der Zeit wurde ich praktisch schon zum Profi und konnte vieles allein machen. Der Tag, der mir am meisten Spaß gemacht hat, war, als ich meine eigene Farbe „Blue Soul“ herstellen durfte. Kein Rezept, keine Anweisungen, nur mein Kopf und meine Kreativität.
Der Tag startete wie gewohnt, doch nach der Pause hat mir Barbara die Aufgabe gegeben, meine eigene Farbe herzustellen. Meine Lieblingsfarbe ist dunkelblau, doch ich wollte es nicht langweilig und eintönig haben, weshalb ich einen Farbübergang eingebaut habe. Das heißt, im Schatten ist das Auto schwarz und wenn es die Sonne trifft, wird es blau und glitzert sehr stark. Hierbei habe ich wieder gemerkt, wie wichtig es ist, sorgfältig zu arbeiten.
Als ich mit Barbara über diesen Beruf geredet habe, hat sie mir erzählt: „Man braucht in diesem Beruf ein gutes Gefühl für Farben.“ Als ich sie gefragt habe, was das bedeutet, meinte sie, dass man bei Farben allein den minimalen Unterschied erkennen können sollte, zum Beispiel, ob die zwei roten Farben identisch oder unterschiedlich sind.

Insgesamt fand ich mein Praktikum bei Nippon Paint Automotive Coatings eher nicht so spannend, weil sich die Tage oft einfach nur gleich angefühlt haben und sich vieles oft wiederholt hat. Ich habe jedoch rausgefunden, dass ich später einmal nicht praktisch, sondern theoretisch arbeiten möchte. Ob ich in der Lack-Branche arbeiten will, bin ich mir noch unsicher, da mir das praktische Arbeiten nicht so gefallen hat.
Ich empfehle das Praktikum Menschen, die einverstanden damit sind, täglich immer ungefähr dasselbe zu machen und es mögen praktisch zu arbeiten.
Oguzhan Özkan, 10b