Mein Praktikum habe ich vom 19.01. Bis zum 05.02. im Büro Heiermann-Architekten in Köln gemacht. Als ich das Architekturbüro zum ersten Mal betrat, fiel mir direkt auf, dass die unterschiedlichsten Materialien überall auf den Tischen lagen und verschiedene Zeichenprogramme auf den Computern geöffnet waren. Die Arbeitsatmosphäre war ruhig und konzentriert, weil alle an ihren Projekten gearbeitet haben.
In meinemdreiwöchigen Praktikum konnte ich einen guten Einblick in den Beruf des Architekten bekommen. Ich habe sehr viel gezeichnet und ein Modell gebaut.
Ich war überrascht, da ich gemerkt habe, dass die Aufgaben eines Architekten nicht nur aus dem Entwerfen von Plänen für Häuser und dem Berechnen von Flächen und Räumen besteht. Architekten müssen ein Haus bis ins kleinste Detail durchplanen und alle Materialien festlegen. Zum Beispiel für Türklinken, Wasserhähne oder sogar Fahrradständer. Farben, Formen und Materialien sin wichtig und müssen gut zusammenpassen. Es hat mich überrascht, wieviel man beachten muss, damit am Ende alles funktioniert und auch gut aussieht. Mir wurde außerdem gezeigt, mit welchen Programmen Architekten arbeiten und wie Projekte geplant werden.
Am Anfang meines Praktikums habe ich mich mit dem „Chemosphere Haus“ von John Lautner beschäftigt. Ich habe Texte darüber gelesen und es genau analysiert. Danach habe ich den Grundriss und einen Schnitt des Hauses gezeichnet. Dabei habe ich auch die Räume farbig markiert, damit man weiß, wo z.B. das Wohnzimmer ist, und ich habe eine Erschließung des Hauses eingezeichnet. Außerdem habe ich recherchiert, welchen Ausblick man aus den einzelnen Räumen hat, wie die Umgebung dort aussieht und welche Materialien verwendet wurden. So habe ich besser verstanden, wie das Haus aufgebaut ist und wie alles zusammenhängt. Außerdem musste ich die Flächen der Räume im Maßstab 1:50 berechnen. Das war, ehrlich gesagt, sehr langweilig und hat ziemlich lange gedauert, da die Räume nicht einfach quadratisch waren, sondern sehr verwinkelt. Allerdings habe ich dabei gelernt, wie wichtig Genauigkeit ist. Danach habe ich eine Ansicht gezeichnet, die aber erstmal falsch war, weil das Größenverhältnis nicht stimmte. Das war kurz frustrierend, aber mir wurde geholfen und eine andere Technik gezeigt, mit der es dann gut funktioniert hat.
Ein paar Tage später, in denen ich leider krank war, habe ich mit einem neuen und sehr spannenden Projekt weiter gemacht: Ich habe ein Modell vom Chemosphere-Haus gebaut! Zuerst habe ich den Boden aus Pappe und Schaumstoff gemacht. In die Mitte kam ein Loch für einen Pfahl, auf dem das Haus später stehen sollte.

Dabei musste ich sehr genau arbeiten, damit am Ende alles gut aneinandergeklebt werden konnte. Die Außenwände waren ziemlich schwierig, weil sie schräg nach außen verlaufen. Ich musste sehr oft nachmessen, noch etwas abschneiden oder auch nochmal von vorne anfangen, wenn ein Teil nicht richtig abgemessen war. Das war sehr anspruchsvoll und ich musste viel Geduld haben.

Auch die Zimmer einzubauen war nicht einfach, weil das Dach ungleichmäßig hoch und zu den Seiten hin abgerundet war. Ich musste vieles neu anpassen und nochmal ausmessen. Trotzdem hat es am Ende ganz gut funktioniert. Am letzten Tag habe ich das Modell fertig gemacht: Ich habe den Pfahl und die Stützen angebracht, kleine Möbel gebaut und sogar eine kleine Figur von mir und dem Bürohund hineingestellt.

Das war sehr schön, weil ich gesehen habe, was ich in der Zeit geschafft und gelernt habe!
Als Frau Heiermann mir den Beruf erklärt hat, hat sie gesagt: „Als Architekt musst du an alles denken.“ Das hat mir gezeigt, wie genau und sorgfältig man in diesem Beruf arbeiten muss. Mir wurden auch Programme am Computer gezeigt und verschiedene Projekte erklärt, wodurch ich den Beruf besser verstehen konnte und einen realistischen Eindruck bekommen habe. Ich durfte auch ein 3D-Programm ausprobieren und habe ein eigenes Haus mit Garten, Pool und Möbeln entworfen. Am Anfang hat das richtig Spaß gemacht, weil ich kreativ sein konnte. Später wurde das Programm allerdings sehr langsam und hat andauernd geladen, was sehr nervig war und das Arbeiten schwieriger gemacht hat.
Trotzdem war es toll, etwas digital zu gestalten und zu sehen, wie so etwas funktioniert.
Das Praktikum hat mir insgesamt sehr gut gefallen. Ich durfte viele verschiedene Sachen machen und habe viel gelernt. Besonders gut fand ich, dass mir immer geholfen wurde, wenn ich etwas nicht verstanden habe, und dass ich selbstständig arbeiten durfte. Ich habe gemerkt, dass der Beruf des Architekten sehr abwechslungsreich ist, aber auch viel Geduld, Genauigkeit und Konzentration erfordert. Manche Aufgaben sind eher langweilig, aber trotzdem sehr wichtig. Ich finde den Beruf interessant und könnte mir vorstellen, mich später beruflich in diese Richtung zu orientieren. Ich weiß aber auch, dass der Beruf nicht immer einfach ist und viel Arbeit bedeutet.
Ich würde das Praktikum auf jeden Fall weiterempfehlen, weil man einen guten Einblick bekommt und auch selbst etwas machen darf!
Insgesamt hat mich das Praktikum weitergebracht, weil ich jetzt besser weiß, was mich interessiert und was eher nicht. Es hat mir gezeigt, wie wichtig praktische Erfahrungen sind und dass man viel ausprobieren sollte, um herauszufinden, was einem Spaß macht.
Lucia Haisel, 10 b

