Mitmachen ist das Entscheidende!

Wir sind heute als Schülerreporter beim Wettbewerb „Jugend debattiert“ dabei. Hier debattieren die Schülerinnen und Schüler, die sich in den letzten Wochen in den Klassendebatten für das Schulfinale qualifiziert haben, über gesellschaftliche Themen, die uns alle angehen. In den Debatten gelten feste Regeln, damit alles fair abläuft. Wichtig ist dabei nicht, laut zu sein oder den anderen zu überreden, sondern seine Meinung gut zu begründen und den anderen zuzuhören. Außerdem ist es wichtig, eine Maßnahme zu entwickeln, mit dem die Streitfrage umgesetzt werden könnte. Dafür ist die Pro-Seite zuständig. Die Kontra-Seite muss die Maßnahme auf Herz und Nieren prüfen. Bei den zwei diesjährigen Debatten geht es darum, ob es einen Führerschein für E-Scooter geben soll und in der zweiten, ob es einen alljährlichen Schulaustausch zwischen den alten und neuen Bundesländern geben sollte.

Der Wettbewerb wird zeigen, wie wichtig es ist, respektvoll miteinander zu reden und auch andere Meinungen auszuhalten. Aber eben auch, ob eine sinnvolle Maßnahme entwickelt werden konnte.  Wir sind gespannt, was uns erwartet.

In A 104 steigt die Spannung, eben ist ausgelost worden, wer mit wem zusammen debattiert und wer welche Position hat. Auch das Thema steht fest: Alle werden in den Vorrunden über den Führerschein für E-Scooter debattieren. Jetzt haben alle eine Stunde Zeit, sich miteinander auszutauschen. Viele Teilnehmer gehen ihre Notizen durch oder sprechen leise mit ihren Teammitgliedern. „Ich bin ziemlich nervös, aber auch gespannt“, sagt Samuel kurz vor seinem Einsatz.
Kanita hat Glück, denn sie ist als eine der ersten am Start. Sie ist Kontra 2 – und hat am Ende das letzte Wort. Ich finde, dass sie ihre Sache sehr gut macht: Sie wirkt total klar und weiß, wovon sie redet.

Nach der Debatte wirkt sie sehr erleichtert: „Durch das Reden in der Debatte ist die Aufregung komplett verschwunden.“ Insgesamt herrscht eine konzentrierte, aber faire Stimmung. Man merkt, dass alle ihr Bestes geben wollten. Johann spricht aus, was viele denken: „Ich habe zuerst gezögert, ob ich wirklich mitmachen will, aber jetzt macht es superviel Spaß!“ Samuel ergänzt: „Es macht Spaß, mit den anderen zusammen zu arbeiten und ihre Gedanken zu dem Thema zu hören.“

Nachdem alle drei Vorrunden-Debatten beendet sind, werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wieder zur Jury gerufen, die aus Frau Winkelmann, Frau Hinzmann und den Schülerinnen Sara und Beatrice besteht, in den Raum gerufen und erhalten jeweils ein persönliches Feedback mit positiven und verbesserungswürdigen Punkten. Danach wird bekannt gegeben, welche vier Personen ins Finale in der Aula einziehen werden: Kanita Kuc, Felicitas Herzberg, Johann Schall und Lara Hischer. Die vier sind zum Teil sprachlos, aber alle freuen sich und machen sich direkt an die weitere Vorbereitung, denn während sich die anderen erholen können, geht es für die Finalisten weiter und sie bereiten sich konzentriert vor. Auch ihre Positionen sind ausgelost worden: Johann wird Pro 1 vertreten und muss gemeinsam mit Lara, die Pro 2 hat, die Maßnahme darstellen, mit der ein alljährlicher Schüleraustausch zwischen alten und neuen Bundesländern durchgeführt werden soll. Kanita in der Position Kontra 1 und Felicitas als Kontra 2 müssen die Maßnahme prüfen und überlegen, ob ein solcher Austausch überhaupt sinnvoll ist.
Chomoukh ist zwar nicht weitergekommen, aber sie freut sich für die anderen: „Ich finde, es war schon eine große Ehre, überhaupt hier mitmachen zu können und ich freue mich einfach, dass ich dabei war!“ Wir finden, sie hat total Recht, denn wir haben ja alle Debatten verfolgt und sind beeindruckt von der Leistung von allen, die sich getraut haben, mit Leuten, die sie teilweise noch gar nicht kannten, auf hohem Niveau zu debattieren. Man merkt, dass alle sich sehr gut vorbereitet haben und gut recherchiert haben. So ist es z.B., auch immer wichtig, zu schauen, ob es schon Umsetzungsideen gibt, die die Streitfrage betreffen. Da kann man schon einmal im Vorfeld prüfen, ob Ideen sinnvoll wären.

Im Finale werden die vier Teilnehmer auf die Bühne gerufen und debattieren vor der gesamten Jahrgangsstufe. Alle sind sichtlich aufgeregt. Aber im Publikum sind alle superstill und hören den vier da oben zu, wie sie sich darüber austauschen, ob ein alljährlicher Schulaustausch sinnvoll ist. Die Idee ist, dass Schulen und auch Schüler freiwillig entscheiden können, ob sie mitmachen wollen. Doch der Austausch soll kostenlos sein, da er über den Bildungsetat gezahlt werden soll. Die Argumente gehen hin und her: Die Pro-Seite argumentiert dafür, dass Schüler die Geschichte des ehemals geteilten Deutschlands kennen sollten, die Kontraseite mahnt immer wieder die finanzielle Umsetzbarkeit an und meint, dass sprachliche Austausche ins Ausland attraktiver wären. Ein Argument von Kanita, die die Präsenz der AfD anspricht, kann die Pro-Seite leider nicht mehr in das eigentlich wichtigste Argument für sich ummünzen: Dass nämlich gerade deren Präsenz in den neuen Bundesländern einen innerdeutschen Austausch nötig macht, um sich gegenseitig kennenzulernen und Vorurteile abzubauen.
Im Publikum ist die Stimmungslage jedenfalls klar auf der Kontra-Seite. Doch weitergeschickt zum Regionalfinale werden Lara Hischer, die auf Platz 1 kommt und Johann Schall auf Platz 2. Ihre Plätze sind sicher und sie werden nun gegen Schülerinnen und Schüler aus anderen Kölner, Leverkusener und bergischen Schulen antreten. Kanita und Felicitas werden aber auch mitfahren. Sie werden dringend gebraucht, denn es kann immer sein, dass Debattierer wegen Krankheit absagen müssen.

Frau Winkelmann erklärt uns zum Abschluss, dass bei einer guten Debatte besonders Ausdrucksfähigkeit, Gesprächsfähigkeit, Sachkenntnis und Überzeugungskraft wichtig sind. „Typische Anfängerfehler sind fehlender inhaltlicher Bezug auf andere Argumente. Aber auch ohne Sieg kann man aus einer Debatte viel mitnehmen, vor allem den respektvollen Austausch von Meinungen mit Gleichaltrigen!“

Das ist auch unser Eindruck: „Jugend debattiert“ hat gezeigt, dass Debattieren fair ablaufen kann und richtig Spaß macht. Uns ist einmal mehr klar geworden, wie wichtig respektvolles Diskutieren und demokratisches Handeln sind.
Noah Helm und Joshua Manz, 9 b

Diese Schülerinnen und Schüler haben bei dem diesjährigen KTS-Jugend-debattiert-Wettbewerb mitgemacht:

  • 9a: Felicitas Herzberg, Dina Ben Yahmed, Emma Stäblein
  • 9b: Kanita Kuc, Defne Polat, Leonie Kuhn, Amira Moussaoui, Chomoukh Souli, Samuel Imig, (Alae El Makhfi war leider krank)
  • 9c: Johann Schall, Lara Hischer

Die Jury in den Vorrunden:
Beatrice Haidman, Sara Öztürk, Frau Winkelmann, Frau Hinzmann
Die Jury im Finale:
Billie Hann, Karl Vasen, Frau Winkelmann, Frau Viefers