Große Pläne für Köln

Torsten Burmester. Dieser Name dürfte euch mittlerweile bekannt vorkommen. Er wurde vor einigen Monaten zum Oberbürgermeister von Köln gewählt und am 6. November 2025 im Rathaus vereidigt. Wir hatten im Rahmen eines Projekts die Gelegenheit live dabei zu sein!

„…und Gerechtigkeit gegen jeder Mann üben werde. So wahr mir Gott helfe“, tosender Applaus. Somit ist Torsten Burmester offiziell das neue Oberhaupt Kölns. Um ihn herum: ein Riesengedränge. Jeder will dem neuen Chef Blumen und Glückwünsche überreichen. Journalisten, die versuchen, so nah wie möglich an ihn heranzukommen. Das Volk auf der Zuschauertribüne, das gebannt das Geschehen verfolgt.

Mit Dank an seine Vorgängerin Henriette Reker, leitet Burmester seine Amtseintrittsrede ein. Er höre die unzufriedenen Stimmen der Menschen. Er sehe die unglücklichen Gesichter. Er sei bereit zu handeln, heißt es. Sicherheit und Sauberkeit. Die Punkte, an denen Köln noch arbeiten müsse: Es sei die „gemeinsame Verantwortung der Stadt“, unsere Plätze und Straßen sauber zu halten, damit sich alle wohlfühlen. Um das Ziel, Köln zu einer saubereren Stadt zu machen, durchsetzen zu können, sind gemeinsame Maßnahmen mit der AWB geplant. Auch das Thema Geld ist für viele ein sensibles Thema. Nicht aber für unseren neuen OB. Er sehe die mangelnden Arbeits- und Wirtschaftskräfte und will die Kölner Unternehmen auf dem Weltmarkt unterstützen. Denn sie seien es, die kurz vor dem Untergang stehen. Aber nicht nur die Unternehmen seien am Kämpfen. Die gesamte Stadt leide unter den finanziellen Bedingungen. Jährlich erhält Köln eine Summe von gerade einmal 53,5 Mio € vom Staat. Viel zu wenig, wenn man bedenkt, wie groß unsere Stadt ist. Unter diesen Umständen fühle sich Burmester gezwungen zu handeln. Ab 2026 soll eine Haushaltssperre eingeführt werden, um die Ausgaben der Stadt aufs Nötigste zu beschränken. Die gute Nachricht: Köln soll dennoch handlungsfähig bleiben und wie gewohnt am Weltwirtschaftshandel teilnehmen können.

Mieterschutz, Wohnungsbau, Prüfstand, Baukosten. Themen, die unter einen altbekannten Bereich fallen: bezahlbares Wohnen. Er wolle den 1,1 Millionen Einwohnern in Köln aus der „Krise“ helfen. Denn der Wohnungsmarkt hätte zwar Kunden, aber keine realistischen Angebote. Wie Burmester das anstellen möchte, ist allerdings noch unklar. Fakt ist, dass er sich verpflichtet fühlt, „zukünftigen Generationen eine Wohlfühlstadt“ zu überlassen. Er respektiere alle, die nach Köln kommen, um sich eine Zukunft aufzubauen, ebenso sehr wie diejenigen, die Köln schon immer als ihre Heimat angesehen haben.

Er beendet seine Rede damit, dass er die Friedensglocke läutet. Ein Zeichen. Ein Gedenken an die Juden und alle anderen, die unter den Novemberpogromen 1938 und dem Nationalsozialismus leiden und sterben mussten.
Wir hoffen, dass er seine Ziele erreichen kann. Angesichts leerer Kassen wissen wir nicht, wie er das alles erreichen will…
Salma Lahmoumi und Grace Geuer, 10 b

Das Bild ist zufälligerweise beim Wahlkampf entstanden, als wir ihn auf der Kalker Hauptstraße getroffen haben…