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Praktische Philosophie / Philosophie

Die Philosophie, frei übersetzt aus dem Griechischen mit die „Liebe zur Weisheit“, unterlag lange Zeit dem wenig schmeichelhaften Ruf der Feierabendwissenschaft, fern ab des Diesseits und der Realität, praktiziert von Müßiggängern mit Hang zur Exzentrik. In den letzten Jahrzehnten erfährt sie jedoch im Zuge der Globalisierung und dem Einfluss der sich rasant entwickelnden Technologisierung/Digitalisierung auf Gesellschaft und Kultur eine wahrhaftige und tatsächlich mehr und mehr institutionalisierte Renaissance. Sogenannte „Ethik-Räte“ halten in Politik und Wirtschaft zunehmend Einzug. Der Notwendigkeit der philosophischen Auseinandersetzung mit Gegenwartsproblemen wird, wie im Folgenden ersichtlich, im Schulunterricht Rechnung getragen.

Die mit dem Klimawandel einhergehenden Probleme rufen bspw. nicht nur Geologen auf den Plan, sondern nicht zuletzt auch die Philosophen, da die Menschen heute vor bis dahin nicht bekannten Problemen stehen, nicht nur hinsichtlich der Frage nach der Verantwortung gegenüber ihren Zeitgenossen, sondern auch gegenüber den ihnen folgenden Generationen. Und welchen Stellenwert räumen wir in dem Kontext der Natur ein? Müssen wir selbiger einen Zweck an sich zugestehen, oder betrachten wir sie nur als in unserem Dienste? Diese Fragenkomplexe fallen neben vielen anderen unser direktes Leben tangierenden in den Themenbereich der „Ethik“ (die Lehre vom richtigen und guten Handeln).

Die Frage danach, inwieweit wir uns selbst als Teil der Natur verstehen, oder ein eben im Zuge der Evolution als komplett naturunabhängiges Kulturwesen, fällt in den Bereich der „Anthropologie“ (Die Lehre vom Menschen). Eine zentrale Rolle spielt in diesem Kontext der Begriff der Seele, und, deren Existenz vorausgesetzt: In welchem Verhältnis steht sie zu unserem Körper? Ganz spannend ist auch die Frage nach der Handlungsfreiheit des Menschen. Inwieweit sind wir frei in unseren Entscheidungen und Urteilen? Lassen Youtube, Facebook und Echobots die Persönlichkeitsbildung und die Erkenntnismöglichkeit meiner individuellen Bedürfnisse überhaupt noch zu? Worin besteht meine Aufgabe in der täglich zunehmenden Komplexität von Gesellschaft? Bin ich notwendigerweise ein Teil von ihr?

Das herkömmliche Verständnis von Demokratie ist weitestgehend reduziert auf die Vorstellung des Mehrheitsrechtes. Dies ist jedoch ein Irrtum mit schwerwiegenden Folgen, wie man sie tagtäglich und in Staaten auf sämtlichen Kontinenten beobachten kann. Diesem Umstand wird im Themenbereich „Staatstheorien – Zusammenleben in Staat und Gesellschaft“ Rechnung getragen. Und zwar, ganz im philosophischen Sinne, differenziert und kritisch das für und wider, auch im Vergleich mit alternativen Staatsformen, herausarbeitend.

Zum Ende der 2. Qualifikationsphase wird im Themenbereich „Wissenschaftstheorien“ der Anspruch und besonders die Methodik wissenschaftlichen Vorgehens und Forschens näher betrachtet. Im Zentrum steht hier die Frage nach dem Geltungsanspruch von Erkenntnismodellen, die auf der Erfahrung, also der Empirie, beruhen. Inwieweit sind Experimente verlässlich, insofern sie unter bestimmten Bedingungen gleiche Resultate offenbarten, und inwieweit können wir von in der Vergangenheit beobachteten Gesetzmäßigkeiten auf zukünftige schließen?

Die angeführten Themen orientieren sich an den Vorgaben des Landes NRW für die Grundkurse in der gymnasialen Oberstufe. Die Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit, Philosophie als 3. oder 4. Abiturfach zu belegen. Es werden pro Halbjahr 2 Klausuren geschrieben. Einen Leistungskurs Philosophie bietet die KTS nicht an.

Curriculum Klasse 5

Curriculum Klasse 6

Curriculum Klasse 7

Curriculum Klasse 8

Curriculum Klasse 9

Curriculum EF

Curriculum Q1 und Q2