Foto: Kaiserin-Theophanu-Schule

Die Kaiserin-Theophanu-Schule wird ab dem Schuljahr 2014/15 zur Schule im gebundenen Ganztag.

Warum haben sich Eltern, Schüler und Lehrer an der Kaiserin-Theophanu-Schule für den gebundenen Ganztag entschieden?

• Der Druck auf die Schülerinnen und Schüler ist durch die Einführung von G8 (achtjähriges Gymnasium) erheblich gestiegen. Es kommt zu einer zeitlichen Ausweitung des Stundenplans und einer inhaltlichen Verdichtung des Unterrichts, die gerade von jüngeren Schülern und Schülerinnen große Anstrengungen abverlangt.
• Der gebundene Ganztagsunterricht bietet die Chance, diesen Druck tendenziell zu mindern. Im Ganztag wird Platz geschaffen für veränderte Unterrichtformen, den Unterrichtsalltag auflockernde AG- und Projektangebote, weitergehende Fördermaßnahmen usw.
• Die Integration von Teilen der Hausaufgaben in den Ganztagsunterricht schafft für unsere Schülerinnen und Schüler neue Räume im Freizeitbereich.
• Die Kosten für einen gebundenen Ganztagsbetrieb werden vom Land NRW übernommen und belasten daher nicht den Haushalt der Kommunen. Im Fall der Stadt Köln hat die schlechte Haushaltslage dazu geführt, dass bislang freiwillig gewährte Gelder für die Übermittagsbetreuung ab dem Schuljahr 2014/15 ersatzlos gestrichen werden mussten.
• Inzwischen ist allen deutlich geworden, dass das so genannte Halbtagsgymnasium immer mehr zu einem Mythos geworden ist. In Wirklichkeit waren wir wie alle anderen Gymnasien in NRW schon lange von dem Schuljahr 2014/15 Ganztagsschule, da das Stundenvolumen von G8 Unterricht im Nachmittagsbereich erforderlich macht.
• Eine einstündige Mittagspause betrifft nicht nur die Ganztagsschulen, sondern ist für alle Schulen verpflichtend, wenn eine siebte Unterrichtsstunde im Stundenplan festgelegt ist.

Wie wird der gebundene Ganztag an der KTS aussehen?

Gebundener Ganztag an der KTS bedeutet für die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler in der Regel:

• an zwei Langtagen bis 15:15 Uhr Fachunterricht

• an einem dritten Langtag bis 16:05 Uhr Teilnahme an einer AG (oder „externes Drehtürmodell“siehe unten)

• an den beiden anderen Schultagen Fachunterricht bis 13:30 Uhr.

Hier ist ein Beispielstundenplan für die kommende Klasse 5. 

Darüber hinaus bietet die Schule an jedem Schultag verlässliche Betreuung bis 16:05 über unseren Schulpartner, die Jugendzentren Köln (JugZ gGmbH), an. Hier sind die Angebote teilweise kostenpflichtig (z.B. die Teilnahme an der Kletter AG in der nebenan gelegenen Abenteuerhalle Kalk).

Wenn Eltern vom Modell der „externen Drehtür“ für den AG-Nachmittag Gebrauch machen (siehe den Punkt „AG Nachmittag“), bedeutet diese neue Stundentafel nur zwei siebenstündige Langtage gegenüber dem alten Modell mit einem achtstündigen Langtag für die Klassen 5. Diese Lösung kommt den Eltern entgegen, die unser bisheriges „Halbtagskonzept“ sehr geschätzt haben, da es sich bei dem verpflichtenden Teil um eine Minimallösung handelt.

Welches pädagogische Konzept liegt dem Ganztagsunterricht an der KTS zugrunde?

Der Ganztagsunterricht bietet eine große Bandbreite an Chancen der Verbesserung der Arbeits- und Lernbedingungen einer Schule, der Weiterentwicklung des schulischen Lernraumes zum schulischen Lebensraum und der Optimierung pädagogischen Handelns. Dabei gilt es aus unserer Sicht vier Aspekte besonders in den Blick zu nehmen:

1. Die Rhythmisierung des Unterrichtsalltages
2. Die Vernetzung der verschiedenen Lern- und Unterrichtsformen und -phasen
3. Die Effektivierung der einzelnen schulischen und sozialen Fördermaßnahmen
4. Die Partizipation aller am Ganztagsprozess beteiligten Gruppen.

Die Kaiserin Theophanu Schule hat sich auf den Weg gemacht, die Chancen und Perspektiven eines Ganztagsgymnasiums auszuloten und praktisch umzusetzen. Hierfür wurde zum einen die Position eines Ganztagskoordinatoren geschaffen und zum anderen eine sich regelmäßig treffende Arbeitsgruppe mit Lehrer/innen, Eltern und Schüler/innen gebildet. Darüber hinaus tauschen wir uns mit Schulen aus, die bereits über Erfahrungen mit dem gebundenen Ganztag verfügen. Es ist uns ein Anliegen, auf diese Weise einen möglichst reibungslosen Einstieg in den gebundenen Ganztag gestalten zu können. Für uns bedeutet das, dass wir diesen Weg zunächst in kleinen Schritten gehen und dabei darauf achten, alle Beteiligten auf unserem Weg mitzunehmen. Dies nach der Devise: Bewährtes erhalten – neue Chancen nutzen.

Es ist uns ein großes Anliegen, die Eltern- und Schülerschaft der neuen fünften Klassen so bald wie möglich in Entscheidungsprozesse einzubinden und möglichst bedarfsgerecht zu arbeiten. Aus diesem Grund erhalten alle Eltern der neuen Fünftklässler bereits bei der Anmeldung einen Fragebogen, mithilfe dessen ihre Bedarfslage ermittelt wird – gepaart mit der Einladung, bei der konzeptionellen Entwicklung des Ganztagbetriebs mitzuwirken.

Letztlich liegt es an uns und unserer Schulgemeinschaft, unsere Schule weiterhin zum Erfolg zu führen.

Wie erfolgt die Rhythmisierung des Unterrichtstages?

Die zeitliche Rhythmisierung des Unterrichts erfolgt - soweit möglich - nach dem Doppelstundenmodell (90-Minuten Einheiten). Neben der daraus folgenden praktischen Konsequenz, dass die Schüler und Schülerinnen bei weniger Schulfächern pro Tag weniger schwere Schultaschen tragen müssen, gibt es hierfür eine Fülle von pädagogischen Gründen. Spätestens mit der Einführung von G8 und den veränderten Bildungsstandards ist ein Umdenken in der pädagogischen Arbeit notwendig geworden. Gewünscht sind:

• eine stärkere Schülerorientierung
• offenere Arbeitsformen
• mehr Arbeit in Gruppen
• Arbeit in Projekten
• exemplarisches Arbeiten
• mehr Vertiefung, weniger Stofffülle
• mehr methodische Wechsel
• Arbeit mit den neuen Medien
• fächerübergreifendes Arbeiten

All dies und mehr wird durch das Lehren und Lernen in längeren zeitlichen Blöcken besser ermöglicht.

Zwischen den 90-Minuten Blöcken liegen 15 – 20minütige Pausen, die das Durchatmen und das Umstellen auf das nächste Thema erleichtern.

Was geschieht mit den Hausaufgaben?

Ab dem Schuljahr 2014/15 werden die Hausaufgaben für die Unterstufenklassen im neu einsetzenden Ganztagsbetrieb zu einem großen Teil in die Schulzeit integriert.

• Aus diesem Grunde werden im Stundenplan zwei sogenannte Lernzeiten eingerichtet, in denen die Schülerinnen und Schüler unter Aufsicht und Anleitung von Fachlehrkräften das im Unterricht der Hauptfächer erworbene Wissen nachbereiten und üben sowie das selbstständige Arbeiten lernen.
• Dazu kommt eine dritte Lernzeit zum Thema „Soziales Lernen“, in der – unter anderem mit den Modulen des Lions Quest Konzeptsdas soziale Miteinander der Schüler und Schülerinnen untereinander trainiert wird sowie Klassensitzungen abgehalten werden.

Diese Lernzeiten befinden sich im gebundenen Ganztag und sind somit für alle verpflichtend.

• Darüber hinaus besteht für die Jahrgänge 5 bis 7 die Möglichkeit, eine zusätzliche allgemeine Lernzeit im nicht-verbindlichen Bereich des Ganztags unter der Leitung der JugZ und von Schülerhelfern (wahrscheinlich noch kostenpflichtig) zu belegen.

In unserer Schule wird sehr großer Wert darauf gelegt, unsere Schülerinnen und Schüler zu Selbstständigkeit zu erziehen. Aus diesem Grunde gibt es immer wieder Selbstlernphasen, in denen Aufgaben bearbeitet werden können.

Ein großes Ziel für uns ist es, den jungen Schülern und Schülerinnen möglichst viel freie Zeit nach der Schule zu ermöglichen, da es gerade für diese Altersgruppe besonders wichtig ist, genügend Zeit zum Spielen und für Treffen mit Freunden zu haben.

Aufgaben, die weniger gut in der Schule erledigt werden können - wie das Lernen der Vokabeln in den Fremdsprachen - werden aber sicher nach wie vor zu Hause bearbeitet werden müssen.

Wie verbindlich ist die Teilnahme am AG Nachmittag?

Der AG Nachmittag liegt dienstags in der 8. und 9. Stunde. Vorher haben die Schüler und Schülerinnen ihren normalen Unterricht nach Stundenplan und eine einstündige Mittagspause. Die Belegung einer AG ist verpflichtend, sofern Eltern nicht beabsichtigen, für Ihr Kind vom Modell "externe Drehtür" Gebrauch zu machen. Damit ist Folgendes gemeint: Für eine nachgewiesene, regelmäßige außerschulische Lernaktivität (z.B. Sportverein, Musikschule etc.) können die Schülerinnen und Schüler der 5. Jahrgangsstufe nach schriftlichen Antrag von der Teilnahme am AG-Nachmittag freigestellt werden. In diesem Fall endet für diese Schüler/innen der verpflichtende Unterricht dienstags nach der 6. Stunde. Die Entscheidung, die „externe Drehtür“ in Anspruch zu nehmen, ist für ein Schulhalbjahr verbindlich. Mit dem Angebot der „externen Drehtür“ möchten wir unseren Schülern und Schülerinnen ermöglichen, weiterhin an außerschulischen Aktivitäten, die ihren Neigungen entsprechen, teilnehmen zu können.

Was geschieht während der Mittagspause?

Der Schultag wird an den langen Tagen durch eine einstündige Mittagspause unterbrochen. Während dieser Pause haben die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, im Abo für derzeit 3,15 € (für Köln-Pass Inhaber 1,00 €) ein warmes Mittagessen in unserer Mensa zu sich zu nehmen. Der große Vorteil unserer Mensa, die von dem Unternehmen TroService bewirtschaftet wird, besteht nicht nur in einer ausgewogenen Ernährung, sondern auch darin, dass eine Vorbestellung – wie allgemein üblich – nicht notwendig ist. Eine Verpflichtung für unsere Schülerinnen und Schüler, eine warme Mahlzeit zu erwerben, besteht nicht. Allerdings legen wir bei den Eingangsklassen Wert darauf, dass dieser erste Teil der Mittagspause gemeinsam im Klassenverband verbracht wird.

Anschließend haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, den zweiten Teil der Pause nach eigenen Interessen zu gestalten. Wer will, kann sich sportlich betätigen, mit Anderen Gesellschaftsspiele spielen, am Spieleprogramm der JugZ teilnehmen oder sich zurückziehen, um Musik zu hören oder lesen.

Auch an Kurztagen können die Schüler und Schülerinnen im Anschluss an den Unterricht in der Mensa essen gehen. Neben der warmen mittäglichen Essensausgabe bietet eine Cafeteria im Mensagebäude ganztägig Snacks und
Getränke an.

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